Besitzt der indische Geheimdienst eine Hintertür zum abhören der Mobiltelefone?

In den letzten Tagen ist im Internet ein Dokument aufgetaucht, welches die Zusammenarbeit des indischen Geheimdienstes mit vielen bekannten IT-Firmen vermuten lässt. Neben Research in Motion wären davon auch Nokia und Apple betroffen. Im Gegenzug für die Vertriebsrechte im indischen Markt, soll der Regierung eine Hintertür eingebaut worden sein, welche dafür sorgt, dass die Kunden abgehört werden können. Veröffentlicht wurde dieses Dokument von der Hackergruppe “Lords of Dharmaraja”. Die Echtheit des Dokuments ist jedoch nicht erwiesen.

Betitelt ist das Schreiben mit “Taktisches Netzwerk für Handy-Überwachung”. Angeblich wurde das Dokument von den Servern des indischen Geheimdienstes (CBI) entwendet. Weiterhin soll auch ein E-Mail-Austausch mit der U. S. China Economic and Security Review Commission (USCC) vorliegen, welcher interne Geschehnisse kommentiert und über den Nutzen dieser Hintertür berichtet. Die entsprechenden Unterlagen stammen aus dem Jahr 2011 und haben damit einen sehr aktuellen Status. Die Hackergruppe hat angekündigt, in den nächsten Tagen weiteres Material zu veröffentlichen.

Sollte das bisher veröffentlichte Dokument echt sein, so geraten Nokia, Apple und RIM sicherlich in Erklärungsnotstand. Denn die Mitarbeit an einer Vorrichtung zur Spionage würde kein guten Bild auf die Arbeit der Konzerne werfen. Von der USCC und Apple gab es bislang kein Statement zu dem Thema. RIM ist der Antwort ebenfalls ausgewichen, hat aber immerhin auf Regelungen zum gesetzestreuen Umgang verwiesen. Nokia hat sich als einziger etwas klarer geäußert, dabei jedoch auch kein Wort über die Echtheit des Dokuments verloren. Es wurde jedoch erklärt, dass “Nokia die Privatsphäre der Nutzer und ihrer Daten sehr ernst nimmt und wir die anwendbaren Datenschutz- und Persönlichkeitsschutzgesetze befolgen”.

Das Dokument erweckt den Anschein der Echtheit, könnte jedoch auch eine ausgefeilte Fälschung sein. RIM wurde unlängst von der indischen Regierung zur Veröffentlichung der Blackberry-Kunden aufgefordert. Wie die Einigung in diesem Fall aussah, wissen jedoch nur die Beteiligten. Besonders brisant wären die Auswirkungen jedoch für Apple. Dabei handelt es sich schließlich um ein amerikanisches Unternehmen. Washington würde sicherlich nicht zögern etwas zu unternehmen, sollte der indischen Regierung diese Spionage gestattet worden sein.

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