Auf der BlackBerry-Messe WES 2009 hat die Firma Cellcrypt ein Verfahren vorgestellt, bei dem Telefonate am BlackBerry verschlüsselt werden können.
Während eines Telefongesprächs werden in verschiedenen Stadien unterschiedliche Kryptographietechniken angewandt:
- Gesprächsauthentisierung: Verschlüsselung via RSA und ECDH mit 2048-Bit Schlüssel, der sich nach Beendigung des Telefonates selbst zerstört.
- Sprachverschlüsselung: Verschlüsselung via 256 Bit AES, danach erneute Verschlüsselung via 256 Bit RC4.
- Überprüfung der Übertragungsintegrität: SHA512 und MD5 Algorithmus.

Zur Verschlüsselung bedient sich Cellcrypt ausschließlich der CPU des Smartphones, es ist keine zusätzliche Hardware notwendig. Durch die fehlende Hardwareverschlüsselung werden die Cellcrypt-Daten nicht über das Sprachnetz, sondern über das Datennetz des Mobilfunkanbieters übertragen, sprich, es ist Voice-over-IP nötig. VoIP funktioniert natürlich nur dann, wenn am jeweiligen Standort auch eine entsprechend starker Empfang vorhanden ist. Laut Simon Bransfield von Cellcrypt reicht eine Bandbreite von 13 kbit/s aus, um ein Telefonat mit Cellcrypt-Verschlüsselung zu führen – GPRS wäre also ausreichend.
Bei dieser Verschlüsselungsart handelt es sich um eine End-to-End Verschlüsselung, also muß auch der Angerufene über die Cellcrypt-Software verfügen, damit das Gespräch verschlüsselt stattfinden kann. Cellcrypt bietet auch ein entsprechendes Gateway an, um auch Anrufe auf Festnetztelefone verschlüsseln zu können.
Spätestens beim Preis werden die ersten Interessenten kurz zucken: Die Software wird pro Jahr und Endgerät lizenziert, pro Gerät entstehen jährliche Kosten von ca. 1.000 US-Dollar.
Somit wird der Nutzerkreis dieser Anwendung meiner Meinung nach sehr klein bleiben. Mächtige Regierungen wiederum arbeiten mit Eigenentwicklungen, von daher würde mich interessieren, welche Klientel eine abhörsichere Leitung auf dieser Basis einsetzen wird.
Weitere Informationen über Cellcrypt finden Sie beispielsweise im Datenblatt von Cellcrypt Mobile.
Weitere interessante Artikel:


Kommentare