iPhone zuverlässiger als BlackBerry

“iPhone zuverlässiger als BlackBerry” – so titeln heute viele Online-Gazetten, unter anderem auf zdnet.de oder mackauf.de habe ich entsprechende Artikel entdeckt.

Die Aussagen beruhen auf einer Studie der Firma SquareTrade. Dort wurden iPhone, BlackBerry und Treo Handhelds genauer unter die Lupe genommen.

SquareTrade analyzed cell phone failure rates for more than 15,000 new phones covered by SquareTrade Care Plans and found iPhone handsets had substantially fewer failures than BlackBerry and Treo handsets within the first year of ownership. (Quelle: SquareTrade)

Die Studie ergab, dass innerhalb der ersten 12 Monate nach Anschaffung ein iPhone in 5,6% der Fälle einen Defekt aufweist, während im gleichen Zeitraum 11,9% aller BlackBerrys Schwäche zeigen.

Da das iPhone erst seit ca. 15 Monaten auf dem Markt ist, fällt eine 24-Monats-Studie bereits in den Bereich der Spekulation. RIM wird bei den BlackBerrys ein Wert von 14,3% diagnostiziert, während für Apples iPhone eine Schätzung von 11,3% (statischer Anstieg der Defekte) bzw. 9,2%  (asymptotischer Anstieg) als Grundlage genommen wurde.

Die Hauptausfallgründe am BlackBerry:

  • Software / Features: ca. 1,8%
  • Akku: ca. 0,95%
  • Bluetooth / Zubehör: ca. 0,55%
  • Antenne / Hardware / Gehäuse: ca. 1,45%
  • Touchpad / Keypad / Bildschirm: ca. 2,45%
  • Schlechte Sprachqualität: ca. 2,05%
  • Stromversorgung: ca. 1,65%

Die meisten Ausfälle eines BlackBerry Smartphones resultieren also aus Defekten an der Tastatur bzw. dem Bildschirm. Für mich persönlich ist diese Tatsache durchaus erstaunlich, da ich bisher noch nie von derartigen Problemen gehört habe, bis dato waren BlackBerry Tastaturen und Bildschirme meiner Meinung nach eher robust ausgelegt.

Bei dieser Auswertung wurden nur Defekte gezählt, die bei normaler Nutzung des Gerätes enstanden sind, also durch herstellerbedingte Mängel oder Defekte durch Abnutzung, interessant ist allerdings der Wert für “Accidental damage”, also unbeabsichtigte, vom Benutzer herbeigeführte Defekte.

Dabei wurde festgestellt dass 12% aller iPhones bereits im ersten Jahr einen durch den Nutzer selbst verschuldeten Defekt aufweisen, die Analysten gaben dem rutschigen Gehäuse des iPhones die Schuld. Der Durchschnitt selbstverschuldeter Defekte bei allen anderen Mobiltelefonen liegt bei 9%.

Weshalb ich diesen Beitrag heute aufgegriffen habe: Man sieht an diesem Beispiel recht anschaulich, wie schnell sich negative Nachrichten im Internet verbreiten. Liest man nur die Überschrift, und erinnert sich später – vielleicht bei einer Kaufentscheidung – daran, bleibt im Kopf haften dass ein iPhone zuverlässiger ist als ein BlackBerry.
Deshalb macht es durchaus Sinn, solche Studien näher zu hinterfragen – denn einen wirklichen Aufschluß über die Zuverlässigkeit im Gesamten gibt diese Studie nicht. Theoretisches Beispiel: Ein defektes Gerät ist innerhalb von 2 Tagen ausgetauscht, ist jedoch die Bedienung / Software des Smartphones fehlerbehaftet, so muß ich während des ganzen Smartphonelebens damit zurechtkommen.

Die komplette Studie kann direkt bei SquareTrade nachgelesen werden – “SquareTrade iPhone Study 11/08

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