Gestern habe ich mich kurzfristig dazu hinreißen lassen, den BlackBerry Pearl 3G näher ins Visier zu nehmen. Ich muß zugeben, ich war noch nie ein großer Fan des Pearl-Formfaktors. BlackBerry setze ich gleich mit einer vollständigen QWERTZ-Tastatur und dem bekannten Brikett-Format. Zu allem Überfluß ist es ja auch noch so, dass auf dem deutschen Markt nicht die SureType-Variante des Pearl 3G mit der Modellnummer 9100 zum Einsatz kommt, sondern das Modell Pearl 9105 mit herkömmlicher Handytastatur.

Entsprechend mißtrauisch habe ich den an mich übergebenen Pearl 9105 anfangs beäugt. Was soll ich sagen – bereits nach 5 Minuten arbeiten mit dem Pearl 9105 war ich vom Gegenteil überzeugt. Im Folgenden also ein kurzer Überblick meiner Eindrücke zum neuen Pearl – ich versuche absichtlich nicht einen mehrseitigen Roman zu schreiben.
Apropos, Kevin von crackberry.com hat seinen Pearl 9100 von Rogers erhalten und ein Review darüber verfasst. Ich bin immer wieder begeistert wie enthusiastisch und ausführlich er über jedes noch so kleine Details des Gerätes schreibt. Den Bericht zum auf dem US-Markt veröffentlichten Pearl 9100 findet Ihr hier, ich hoffe dass Ihr trotzdem auch meinen Artikel zu Ende lesen mögt!
Gewicht und Formfaktor
Grundsätzlich liegt der neue Pearl wie schon sein Vorgänger Pearl 8100 gut in der Hand. Mir persönlich ist das ganze Gerät jedoch – verglichen mit meinem Bold 9700 – eine Nummer zu klein. Der Bold ist in seiner Größe schon recht kompakt, trotzdem weiß ich immer in welcher Hosentasche sich das Gerät gerade befindet. Beim Pearl fällt mir die Ortung manchmal recht schwer. Auch vom Gewicht des Pearl 3G war ich recht überrascht, ich dachte erst es wäre noch kein Akku verbaut, aber weit gefehlt, das Gerät wiegt ja tatsächlich nur 93 Gramm und ist gegenüber meinem Bold 9700 um Welten leichter.

Größenvergleich zwischen Pearl 9105 und Pearl 8100
Speed / Menüführung
Die Menüführung ist wie bei allen BlackBerry Modellen die mit einem Trackpad ausgestattet sind, hervorragend. Das Trackpad funktioniert exakt und zuverlässig, und im Hauptmenü hat man endlich die Möglichkeit – direkt im rechten oberen Bildschirmeck die Verbindungen anzuklicken. Das funktioniert beim Storm2 seit jeher, beim Bold muß ich für einen Shortcut zu “Verbindungen verwalten” immer noch meine rechte Komforttaste opfern. Von der Arbeitsgeschwindigkeit war ich positiv angetan, der Pearl 3G agiert auch hier so flott wie der Bold 9700.

Kamera des Pearl 9105 im Vergleich zum Pearl 8100
Kamera / Multimedia
Zur Kamera braucht es nicht viel zu sagen, es handelt sich um die gleiche Hardware die auch im aktuellen Storm und Bold verbaut ist, eine 3,2 Megapixel Kamera mit Blitz und Autofokus, 2,5-fachem Digitalzoom und Videoaufzeichnung. Die Kamera ist für BlackBerry-Verhältnisse recht gut aber natürlich nicht vergleichbar mit dem, was die Konkurrenz mittlerweile in Ihren Handys und Smartphones verkauft. Ändern wird sich das mit dem BlackBerry 9800 Slider und der überarbeiteten Version des Bold 9700 die dann über eine 5 Megapixel Kamera verfügen werden.
Außerdem hat der Pearl 3G Multimediatasten an der Geräteoberseite, die bereits vom Curve 8520 bekannt sind. Darüber kann man sowohl Play/Pause steuern, als auch zwischen Titeln hin- und herspringen. Außerdem liegt die Geräte-Stummschaltung ebenfalls auf diesen Tasten. Haptisch sind die Tasten nicht gummiert wie beim Curve 8520, sondern im Gehäuse integriert wie beim Storm2 und Bold 9700.

Tastatur des BlackBerry Pearl 9105
Die Tastatur
Ich muß zugeben, hier hatte ich im Vorfeld die größten Bauschmerzen. Seit meinem letzten “normalen” Handy habe ich nicht mehr mit einem herkömmlichen 12-Tasten Eingabefeld gearbeitet, und die T9-Funktion konnte ich damals schon nicht leiden. Umso erstaunter war ich, als ich die ersten Wörter am neuen Pearl 9105 getippt hatte. Die Eingaben funktionieren dank einer exakten AutoVervollständigung wirklich präzise, und bereits nach wenigen Minuten kann man ziemlich flüssig schreiben. Wo ich mich umgewöhnen mußte: Bei der QWERTZ-Tastatur kann ich den Text einfach runterschreiben, ohne aufs Display zu achten, beim Pearl muß ich immer wieder zwischen Tastatur und Bildschirm wechseln, damit ich gegebenenfalls die Vorschläge der Autokorrektur übernehmen kann. Wahrscheinlich ist das aber reine Gewohnheit und man kann nach einer Woche blind auf der Tastatur tippen.
Weitere Reviews / Bewegtbilder / Fazit
Hans von Berryblog.de wird in Kürze auch einen Pearl 3G zum testen erhalten und er hat mir kürzlich angedacht, ein Video-Review über den Pearl 9105 zu erstellen. Schaut einfach demnächst wieder bei ihm vorbei. Zusätzlich denke ich dass Hans seinen Artikel sicherlich auch hier in den Kommentaren verlinkt. So bekommt Ihr zusätzlich zu meinen Fotos und den geschriebenen Worten auch noch einen bewegten Eindruck des neuen Pearl.
Ich persönlich sehe für den Pearl einen durchaus guten Markt in Deutschland. Vor allem Nutzern eines normalen Handys kann der neue Pearl die Scheu vor einem Smartphone nehmen, da er die Brücke zwischen herkömmlichem Handy und Smartphone ganz gut schlägt. Ich bin gespannt wann IHR die ersten Pearls in Euren Händen haltet, und freue mich dann natürlich über EURE Eindrücke und Erfahrungen in den Kommentaren!