Übernimmt Microsoft Blackberry?

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Unternehmen gehandelt, welche am Konzern Blackberry interessiert sein sollen. Die neuesten Gerüchte betreffen insbesondere Lenovo und Microsoft. Letztere Firma hat gerade erfolgreich Nokia geschluckt und könnte entsprechend einem ernsthaften Interessenten sein.

Nokias Übernahme wurde wohl längere Zeit geplant. Schon im Februar sollen Absprachen getroffen worden sein. Dort wurde festgestellt, dass die Zusammenarbeit, welche zu diesem Zeitpunkt bestanden hat, nicht auf lange Sicht funktionieren wird. Das Unternehmen Nokia hat seine Entscheidung diesbezüglich nicht überstürzt gefällt. Es sollen mehr als 50 Sitzungen stattgefunden haben, welche die Übernahme zum Gegenstand hatten.

Perfekt war der Zusammenschluss wohl bereits im Juni. Allerdings sollte der Rücktritt von Steve Ballmer als Microsoft-Chef noch abgewartet werden, bevor dieses Geschäft der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Könnte Blackberry tatsächlich das nächste Unternehmen sein, welches auf dem Wunschzettel von Microsoft steht?

Hier stellt sich zunächst die Frage, welche Vorteile Microsoft von einer Übernahme haben könnte. Hier gibt es zwei wesentliche Aspekte, welche hervorstechen. Einmal ist es die Anzahl an Geschäftskunden. Außerdem konnte das neue System mit seiner strikten Trennung des privaten und unternehmerischen Bereichs, in vielfacher Hinsicht überzeugen. In Sachen Sicherheit ist der Konzern ebenfalls seit Jahren sehr gut aufgestellt.

Eine Andeutung von der einen Seite und die Gewissheit, dass Blackberry strategische Optionen prüft reichen definitiv, um dem Gerücht zur Existenz zu verhelfen. Tatsächlich wird jedoch nur angedeutet, dass „Blackberry im Auge behalten wird“. Dies hat zumindest Bloomberg so veröffentlicht. Daraus ein konkretes Interesse abzuleiten wäre sicherlich voreilig.

Generell scheint Microsoft seinen Konkurrenten Apple und Google wieder mehr auf die Pelle rücken zu wollen. Denn die Vorherrschaft Microsofts im Technik-Bereich ist schon seit einiger Zeit gebrochen. Gerade bei den Tablets und Smartphones gibt es tatsächlich aufholbedarf. Und dies zu einer Zeit, wo die Kunden gerade in dieser Sparte über eine hohe Produktnachfrage verfügen.

RIM trifft Vereinbarung mit Microsoft

Bei der Verarbeitung von größeren Dateien aus dem Audio- und Videobereich, hatte das Blackberry schon länger Probleme. Diese sollen nun effektiv beseitigt werden. Das Management von Research in Motion hat sich im Zuge dessen zu einer Zusammenarbeit mit Microsoft entschieden. Es wurde ein Vertrag geschlossen, welcher das Dateisystem exFAT zum Gegenstand hat. RIM wird dieses System in künftigen Modellen einsetzen.

Eine größere Geschwindigkeit beim Zugriff auf umfassende Dateien aus dem Video- und Audio-Segment sind das Ziel dieser Patent-Vereinbarung. Die Abkürzung exFAT steht für extended file allocation table und dient der Verarbeitung größerer Dateien. Der Zugriff erfolgt schneller als bspw. beim Standard des Vorgängers FAT32. Eine ähnliche Abmachung hat auch schon der Elektronikhersteller Sharp mit Microsoft getroffen. Auch Sony, Sanyo und Canon greifen bereits auf dieses Dateiformat aus dem Hause Microsoft zurück.

Auf Grund dieser Vereinbarung machte die RIM-Aktie einen Sprung nach oben. Ein Anstieg von über 2 Prozent konnte nach der Bekanntgabe festgestellt werden. Sinkende Marktzahlen und eine schlechte Zukunftsprognose wegen übermäßiger und vielleicht auch übermächtiger Konkurrenz hat den Aktienkurs stark gedrückt. Mit der Veröffentlichung des neuen Betriebssystems Blackberry 10 zu Beginn des kommenden Jahres, soll ein Aufwärtstrend eingeläutet werden.

Derzeit überschatten jedoch schlechte Meldungen jede die ein wenig Hoffnung bringen könnte. Im Vergleich zum Vorjahr musste RIM einen Quartalsverlust von über 500 Millionen im Juni bekannt geben. Die Verkaufszahlen fielen um 41 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und derzeit verlassen auch viele Unternehmen das in der Beliebtheit sinkende Smartphone. Yahoo ist der neueste Konzern, welcher sich von den Blackberrys verabschiedet und lieber auf die Produkte der Marktführer setzt. Gerade im unternehmerischen Sektor hatte das Blackberry jedoch immer seine Stärken.

Der Rückgang der Verkäufe kann auch darauf zurückgeführt werden, dass manche Läden gar keine Produkte der Marke RIM mehr ordern. Diverse Shops klagen über geringe oder gar keine Verkäufe und sehen daher keinen Sinn darin, dass das Blackberry Platz im knappen Sortiment einnimmt.

Potentielle Interessenten an Research in Motion

Die Gerüchte über einen Verkauf halten sich hartnäckig seit Wochen und Monaten. Voraus ging eine Meldung des CEO, dass strategische Maßnahmen abgewogen werden. Wer den Konzern von RIM genauer betrachtet, der wird zwei Geschäftsbereiche ausmachen. Mit knapp 60 Prozent ist die Hardwareproduktion der ertragreichste Sektor. Immerhin über 35 Prozent des Geschäfts beschäftigen sich mit dem Daten-Netzwerk Blackberry. Als einstiger Marktführer hat der Konzern noch immer einen guten Namen, auch wenn die Konkurrenz derzeit in weite Ferne gerückt scheint.

Nachfolgend nun die möglichen Interessenten:

Dell: Als PC-Hersteller versucht Dell sich derzeit zu einem Anbieter für Geschäftskunden zu entwickeln. Dennoch kann das Unternehmen mit zahlreichen Kunden aus dem unternehmerischen Bereich aufwarten. Mit der Einführung eines eigenen Smartphones, würde diesen mehr Service geboten werden. Der Einstieg in die Branche der mobilen Kommunikation wurde verpasst. Gleiches gilt übrigens für HP, die auch als Interessent gehandelt werden.

Oracle: Zuletzt wurde die Übernahme von Sun verkündet. Als Hersteller von Softwarelösungen für Business-Kunden wäre ein Kauf um in den Sektor Mobilfunk einzusteigen, eine Option.

Microsoft: Die Anzahl der Geschäftskunden ist riesig. Die Kunden steigen heute jedoch häufig auf mobile Plattformen um. Tablets und Smartphones werden immer beliebter. Beide Bereiche werden von Microsoft seit neuestem abgedeckt, das notwendige Know-How könnte RIM bieten. Insbesondere der Business-Aspekt ist hierbei wichtig. Denn viele Regierungen setzen auf das Blackberry. Sogar der amtierende US-Präsident Barack Obama verfügt über ein solches Produkt.

Facebook: Gerüchte über ein eigenes Smartphone machen schon länger die Runde. Blackberry würde mit seiner typischen Tastatur, welche für schnelles Tippen geeignet ist, einen wichtigen Punkt abdecken. Weiterhin würde Zuckerberg sich damit auf einen Schlag die Hard- und Software-Voraussetzungen, sowie zahlreiche Patente sichern. Das notwendige Kapital wäre vorhanden und ein frischer Start mit dem Blackberry 10 könnte für schnelle Erfolge sorgen. Für Facebook wäre der Aufkauf eine nahliegende Lösung.

Sicherheitstest – Blackberry steht vor der Konkurrenz

Trend Micro, ein japanisches Sicherheitsunternehmen, hat die unterschiedlichen Betriebssysteme der Smartphones einem Test in Sachen Sicherheit unterzogen. Das Blackberry von Research in Motion konnte dabei den ersten Platz erringen. Andere bekannte Systeme haben enttäuscht und insbesondere Android hat eindeutig den letzen Rang verdient.

Das Unternehmen Trend Micro ist unter anderem für den Virenschutz bei Hotmail (Microsoft) verantwortlich. Untersucht wurden die Systeme vor dem Hintergrund, dass sie in Firmen eingesetzt werden. Gerade in diesem Sektor ist eine erhöhte Sicherheit sehr wichtig. Daher wurde auch sehr akribisch gearbeitet. Insgesamt wurden über 100 Funktionen untersucht, die für die Sicherheit verantwortlich sein sollen. Die Sicherheit der Daten, der Geräte und der Apps standen dabei im Fokus.

Blackberry hat bei dieser Untersuchung mit Abstand den ersten Platz belegt. Das Betriebssystem verfügt in Version 7 als einziges über eine Firewall. Administratoren waren in der Lage das System vollends zu kontrollieren. Dies ist für individuelle Sicherheitseinstellungen notwendig. So kann auch der Nutzer selber, als größtes bekanntes Sicherheitsrisiko, ausgeschlossen werden. Die richtigen Einstellungen vorausgesetzt. Große Mängel konnten nicht festgestellt werden.

Auch bei Apples iOS 5 gibt es Positives zu vermelden. Die Hardware und Software wird vom Unternehmen genauestens geprüft. Diese umfassende Kontrolle steht für eine große Sicherheit. Da jedoch Komponenten von Drittanbietern gefertigt werden, ist die Sicherheit nicht vollends gewährleistet. Weiterhin kann Apple nicht mit den umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten in Sachen Sicherheit mithalten, die das Blackberry bietet. Administratoren können nicht alle Einstellungen beeinflussen, der Nutzer behält die Kontrolle über sein Smartphone.

Ebenfalls ein ziemlich gutes Zeugnis wurde dem Windows Phone 7.5 ausgestellt. Das geschlossene System wusste zu überzeugen. Allerdings ist das Betriebssystem noch sehr neu, so dass noch keine ausführlichen Daten vorliegen. Inwiefern es als Lösung für ein Unternehmen taugt, kann daher nicht abschließend beurteilt werden.

Ganz unten in der Liste steht Android. In den Bereichen Verwaltung und Sicherheit konnte es jeweils den letzten Platz belegen. Um das Ergebnis etwas einzuschränken muss jedoch erwähnt werden, dass der Test mit der Version 2.3 und nicht mit der neuesten Variante durchgeführt wurde. Der Grund für diesen Test liegt jedoch darin begründet, dass derzeit ungefähr 63% der Geräte mit diesem Betriebssystem ausgestattet sind. Trotz Sicherheitsupdates fehlt eine genaue Überwachung der Apps und des Betriebssystems. Malware und Datenverlust seien hier am wahrscheinlichsten. Trend Micro setzt das System von Google daher so weit wie möglich nach unten in der Auflistung der sichersten Betriebssysteme.

Office 365 auf dem Blackberry

Geht es aufwärts im Hause Blackberry? Die Hiobsbotschaften haben in letzter Zeit abgenommen. Auch wenn der neue Firmenchef bei seiner Einführung eher ruhige Töne angeschlagen hat, so scheint dennoch ein frischer Wind zu wehen. Jetzt lässt Research in Motion verlauten, dass die Blackberrys inzwischen mit Office 365 von Microsoft ausgestattet sein werden.

Um diese Entwicklung sicherzustellen, wurde ein Betatest durchgeführt, der drei Monate in Anspruch genommen hat. Der Name lautet “BlackBerry Business Cloud Service” und ist jetzt offiziell freigeschaltet. Wie bereits angesprochen basiert dieser Dienst auf dem Office Paket 365. Sämtliche Geräte werden, um diesen Service nutzen zu können, via Internet synchronisiert. Dazu wird Exchange Online verwendet. Ebenfalls mit von der Partie ist das “Blackberry Balance”. Dabei handelt es sich um einen Service, der es erlaubt private Daten und geschäftliche Daten zu verwenden, diese aber rigoros voneinander zu trennen. Der Inhalt befindet sich also auf dem gleichen Gerät, wird aber getrennt verwaltet. Selbst die Löschung von Daten aus der Entfernung kann so geregelt werden, dass ausschließlich Geschäftsdaten entfernt werden. Privates bleibt entsprechend erhalten. Dies macht immer dann Sinn, wenn das Gerät innerhalb der Firma weitergereicht wird.

Eine überraschende Meldung gab es bezüglich der Nutzung von Smartphones auf der ganzen Welt. Dort liegen die Android-Handys mit 27 Prozent in Front, gefolgt von den Blackberrys mit 26 Prozent und den iPhones von Apple mit 24 Prozent. Allerdings werden ein Großteil der Blackberrys in den Entwicklungsländern und auch in den Schwellenländern verwendet. Der große Markt in den Industrienationen ist eindeutig in der Hand von Apple und Google.

Es bleibt abzuwarten, ob sich gravierende Veränderungen durch den Wechsel in der Führung ereignen werden. Der Anfang scheint vielversprechend und wir werden das Geschehen weiter im Auge behalten.

Research in Motion: Der Konkurrenz auf der Spur

Das Blackberry galt einst als eines der bekanntesten und beliebtesten Produkte auf dem Smartphone-Markt. Die Zeiten haben sich jedoch geändert. Die Konkurrenz in diesem Sektor ist größer geworden und hat es geschafft mehr Marktanteile zu ergattern. Innerhalb des letzten Jahres sanken die Anteile von RIM von 15,4 % auf nur noch 11 %. Jetzt sitzt ein Deutscher, Thorsten Heins, am Steuer des angeschlagenen Schiffes. Es bleibt zu hoffen, dass er es in ruhigere Gewässer führen und anschließend wieder hochseetauglich machen kann. Dabei ist es auch sehr wichtig, die Konkurrenten genau im Blick zu haben.

Apple/iOS: Das Unternehmen hat den Smartphone-Markt im Jahr 2007 revolutioniert und das mit einer ganz einfachen Methode. Der Bildschirm wurde bei den Modellen so groß wie möglich gehalten und dies kam bei den Kunden an. Lt. Gartner hält Apple mit seinem Betriebssystem iOS derzeit ca. 15 % am Smartphone-Markt. Die Gewinne des Unternehmens sind sehr beeindruckend. Dies liegt vor allem auch daran, dass die passenden Programme für die Smartphones auch alle von Apple geliefert werden.

Google/ANDROID: In einer sehr kurzen Zeit hat es Google mit seinem Betriebssystem ANDROID geschafft zum erfolgreichsten Anbieter auf dem Smartphone-Markt zu werden. Zahlen aus dem dritten Quartal 2011 belegen, dass jedes zweite verkaufte Smartphone mit dem Betriebssystem ANDROID ausgestattet war. Das Geheimnis dabei ist, dass auch andere Hersteller, wie Samsung, HTC, Sony Ericsson und LG auf das Betriebssystem zugreifen dürfen und das sogar kostenfrei. Google verdient dabei an den Werbeeinahmen.

Microsoft/Windows Phone: Gerne würde sich Microsoft zur dritten Kraft, zusammen mit Apple und Google, auf dem Smartphone-Markt platzieren. Derzeit liegen sie mit einem Marktanteil von knapp 2 % jedoch weit von ihrem Ziel entfernt. Eine Kooperation mit Nokia soll dabei helfen weitere Anteile zu sichern.

Nokia/SYMBIAN: Das Betriebssystem von Nokia wird auf lange Sicht keine Konkurrenz mehr darstellen, da diese ja auf Windows Phone aufbauen. Aber lange Zeit war SYMBIAN in der Smartphone-Welt das verbreitetste Betriebssystem. Aktuellen Zahlen zufolge steht es immer noch an Nummer zwei der Welt, was aber hauptsächlich auf die Beliebtheit in den Entwicklungsländern zurückzuführen ist.

Steht eine Übernahme von Research in Motion zur Debatte?

Was ist los im Hause RIM? Wochen- und monatelang ist der Smartphone-Riese in der Presse, überwiegend mit negativen Schlagzeilen. Handys und Tablets werden nicht abgesetzt, Kunden wurden mit Ausfällen des Netzes vergrault und der Jahresgewinn reduzierte sich um 71 Prozent. Neuesten Meldungen zufolge wird auch die Produktion der neuen Geräte mit den neuem Betriebssystem verschoben werden müssen. Das Jahr 2011 verlief für RIM wirklich nicht gut. Dennoch sind die Aktien plötzlich um mehr als 10 Prozent gestiegen. Spekulationen nach zu urteilen sind sowohl Microsoft, als auch Nokia und Amazon im Rennen um eine Übernahme des kriselnden Konzerns. Damit hätte sicherlich niemand gerechnet, da das Unternehmen derzeit nicht mehr die Marktstellung von einst inne hat.

Eine Übernahme von Microsoft und Nokia wäre recht merkwürdig. Beide Unternehmen sind bereits im Geschäft vertreten und haben dabei nur mäßigen Erfolg. Apple und Google sind derzeit ganz klar die tonangebenden Kräfte im Sektor der Smartphones. Sicherlich sind die RIM-Käufer eine interessante Basis. Es handelt sich dabei um ca. 75 Millionen Kunden. Aber dennoch ist die kein Vergleich zu den Marktanteilen der beiden Marktführer. Eine Übernahme durch Amazon ist hingegen weniger absurd. Schon mit der Veröffentlichung des Kindle Fire hat der weltgrößte Onlineshop sich in dieses Resort gewagt und das mit beachtlichem Erfolg. Amazon wurde in diesem Bereich schon als größter Kontrahent für Apples iPad angesehen. Einzig das Patent fehlt Amazon und dieses könnten sie mit der Übernahme von RIM erwerben. Die Kunden des kriselnden Unternehmens und die derzeit angespannte Situation sind aus Sicht von Amazon sicherlich auch ein Grund für eine potentielle Übernahme. Aber was sagen die Verantwortlichen von RIM über dieses Thema?

Jim Balsilie und Mike Lazaridis haben vor die Probleme aus eigenem Antrieb lösen zu wollen. Wie lange sie die Möglichkeit dazu haben, ist jedoch ungewiss. Starke Investoren verlieren nach diesem Jahr langsam das Vertrauen. Freuen können sich natürlich die Aktieninhaber. Durch diese Spekulationen haben sie etwas Wiedergutmachung für die fallenden Kurse der vergangenen Monate erhalten.

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