Retten die Gründer den Konzern Blackberry?

Michael Lazaridis und Douglas Fregin waren schon bei der Gründung von Research in Motion beteiligt. Die Namensänderung des Konzerns in Blackberry wurde in der Zwischenzeit vollzogen und das Unternehmen steht am Abgrund. Verkauf, Zerschlagung oder womöglich doch noch die Rettung?

Die beiden Gründer sollen nach Angaben des Spiegels derzeit ein Angebot vorbereitet, um ihren einstigen Konzern zurückzukaufen. Lazaridis hat dazu bereits einen ersten Schritt unternommen. Er erhöhte seinen Anteil an den Aktien von 5,7 auf 8,0 Prozent. Von einer ernsthaften Übernahme kann hier jedoch noch keine Rede sein.

Was jedoch den Rückkauf stören könnte, sind bereits beschlossene Vereinbarungen, falls diese existieren. In den vergangenen Wochen war das Finanzunternehmen Fairfax Financial immer wieder mit Blackberry in Verbindung gebracht worden. Die Rede war von einer Finanzierung, welche ein Gesamtpaket in Höhe von 4,7 Milliarden Dollar umfassen soll. Wie weit diese Gespräche fortgeschritten sind und ob an den Gerüchten etwas dran ist, kann zurzeit noch nicht bestätigt werden.

Weitere Gesprächspartner wurden in den Medien in den vergangenen Tagen genannt. Darunter befinden sich auch finanzstarke Unternehmen wie Google, Cisco Systems oder SAP. Ebenfalls negativ könnte der einstige Ausstieg von Lazaridis aus dem Unternehmen bewertet werden. Denn während seiner Führung wurde der Touchscreen-Trend verschlafen und nach Streitigkeiten mit dem jetzigen CEO Thorsten Heins verließ Lazaridis die Firma.

Ein leichtes Ansteigen des Aktienkurses konnte nach der Bekanntgabe des vermeintlichen Einstiegs des ehemaligen Gründers verzeichnet werden. Als Beispiel dient derzeit ein anderer Rückkauf der kürzlich abgeschlossen wurde. So hat Michael Dell sein Computer-Unternehmen für einen Gegenwert von 25 Milliarden Dollar von den Aktionären zurückgekauft.

Ob bei Blackberry ein ähnliches Szenario möglich ist, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Thorsten Heins hat dem Konzern in seiner kurzen Amtszeit zumindest keine Wende geben können. Der nächste große Umbruch scheint für Blackberry daher unausweichlich.

Verlängerung des Förderprogramms „Built for Blackberry“

Um dem neuen Betriebssystem einen guten und reibungslosen Start zu gewährleisten, hat Research in Motion die Entwicklung von Apps gefördert. Nun scheint eine solche Vielzahl von Apps eingegangen zu sein, dass die Prüfung länger andauert. Auch die Beschwerden einiger Entwickler, dass ihre Apps geklaut und bei Blackberry eingestellt wurden, könnten diese Verzögerung bewirken. RIM hat sich nun dazu entschlossen das Förderprogramm bis Mitte Februar zu verlängern.

Das Prinzip ist sehr einfach. Eine entwickelte App muss im Zeitraum zwischen dem 04. März 2013 und 03. März 2014 die Umsatzgrenze von 1.000 US-Dollar überschreiten. Ist dies der Fall, so zahlt RIM den Differenzbetrag zwischen dem Umsatz und 10.000 US-Dollar. Wer mit seiner App innerhalb dieses Zeitraums 3.600 US-Dollar verdient, der bekommt von RIM nochmals 6.400 US-Dollar bezahlt. Diese Initiative hat die Entwicklung und Umsetzung von bestehenden Apps für das neue Betriebssystem der Kanadier in Schwung gebracht.

Bewerbungen werden weiterhin bis zum 18. Februar, um 20 Uhr (Zeit an der Ostküste) entgegengenommen. Ursprünglich war geplant, die Frist mit der Vorstellung der neuen Modelle und des Betriebssystems am 30. Januar verstreichen zu lassen. Im Rahmen dieser Verlängerung wurde nun nochmals gesondert darauf hingewiesen, dass adaptierte/übernommene Apps nicht für eine Teilnahme an diesem Wettbewerb geeignet sind. Wenn die Entwickler ihre eigenen Apps für BB10 startklar machen, so konnte immerhin eine Prämie von 100 US-Dollar gewährt werden. Dies gilt auch für ältere Blackberry Apps.

Das neue Betriebssystem wird wohl gleich zu Verkaufsstart auf ca. 30.000 Apps zurückgreifen können. Damit soll ein für Kunden wichtiger Nachteil im Vergleich zu den großen Konkurrenten ausgemerzt werden. Auch die Blackberry App World wird umbenannt und heißt einfach nur noch Blackberry World. Damit wird verdeutlicht, dass inzwischen mehr angeboten wird, als lediglich Apps. Auch ein reichhaltiges Angebot an Musik und Videos, welches noch ausgebaut werden soll, ist verfügbar.

Wird Research in Motion doch zerschlagen?

Die Veröffentlichung der neuen Produkte steht vor der Tür, die bisherigen Meinungen über BB10 und die aktuellen Modelle sind sehr positiv und dennoch ist das Unternehmen Research in Motion weiterhin bedroht. Der Smartphone-Pionier denkt auch weiterhin über eine Teilung und Teilveräußerung des Unternehmens nach.

Der geplante Neuanfang für RIM ist dadurch jedoch nicht schon vorab zum Scheitern verurteilt. Die Vorbereitungen zur Veröffentlichung des Z10 und X10 sind reibungslos angelaufen. Dennoch spricht RIM-CEO Thorsten Heins von „mehreren Möglichkeiten“ wie mit dem Unternehmen verfahren werden könnte. Eine davon ist zweifelsfrei die Lizensierung der hauseigenen Software. Positiv wird jedoch die Meldung aufgenommen, dass der Druck auf RIM gesunken ist. Die Entlassung von Mitarbeitern und eine Zahlung zum Ende des letzten Quartals haben dem Blackberry-Hersteller etwas Luft verschafft.

Heins bezeichnet die Markteinführung der neuen Produkte als „Meilenstein des Unternehmens“. Erst im Anschluss daran und nach Fertigstellung der strategischen Überprüfung soll eine endgültige Entscheidung getroffen werden. Die Überlegungen zur Veräußerung eines Teilbereichs des Konzerns sind natürlich auch auf die starke Konkurrenz zurückzuführen. Apple und Samsung haben mit ihren Systemen iOS und Android eine gewaltige Marktvorherrschaft erreicht. Diese wird nicht mit ein oder zwei guten Produkten zu durchbrechen sein.

Dies ist auch ein Grund, warum das aktuelle Unternehmensziel darauf ausgerichtet ist, die dritte Macht auf dem Markt zu werden. Auch zu den vielen Patentklagen in der Branche hat sich der deutsche Chef von RIM geäußert. Es sieht die Zunahme der Verfahren kritisch und rät dazu nur dass per Patent zu schützen, was auch wirklich schützenswert ist. Er bezieht sich damit auf Innovationen in der Branche, die nicht ohne weiteres verwendet werden dürfen. Er würde es gerne sehen, wenn die Industriellen sich mit der Regulierungs- und Patentbehörde zusammensetzen würden, um eine Lösung auszuarbeiten, die allen Parteien gerecht werde.

Research in Motion – Aktie wieder im Aufwind

Zuletzt musste der kanadische Hersteller des Blackberrys einen herben Rückschlag im Aktiengeschäft hinnehmen. Obwohl die Quartalsergebnisse besser ausfielen als erwartet, sackte das Wertpapier um 23 Prozent ab. Dies ist knapp ein Viertel des gesamten Marktwertes gewesen. Und das nur etwas mehr als einen Monat vor der Veröffentlichung der neuen Produkte, sowie des runderneuerten Betriebssystems.

Der Einbruch wurde durch RIM-CEO Thorsten Heins selber ausgelöst. Er sprach negativ über die Serviceumsätze. Dabei handelt es sich um die profitabelste Quelle von Einnahmen bei RIM. Entsprechend war die Reaktion, als der Chef verkündete, dass zukünftig kaum Einnahmen im Sektor der Servicegebühren erwartet werden. Die Aktie fiel in einem Rekordtempo und dass trotz des guten Quartalsergebnisses.

Inzwischen ist die Aktie jedoch wieder im Aufwind. Nach dem Rückschlag hat sie sich inzwischen wieder um 11,5 Prozent erholt. Die Tendenz ist weiter steigend. Dies könnte eine positive Reaktion auf die professionell wirkenden Modelle sein, welche im Januar offiziell vorgestellt werden sollen. Von der N- und L-Serie sind zuletzt Bilder im world wide web aufgetaucht. Die Aktie steht damit jetzt auf 11,83 Dollar.

Der vergangene Kursanstieg war der bedeutendste seit dem 23. November. Auf das gesamte Jahr bezogen wurde dennoch ein Rückschritt beim Börsenwert gemacht. Werden alle 12 Monate, welche mit Abschluss des heutigen Tages enden, eingerechnet, so steht ein Kursverlust von 18,5 Prozent zu Buche.

Allgemein wird jedoch angenommen, dass Thorsten Heins missverstanden worden war. Die Service-Pläne werden sicherlich umstrukturiert. Dies wird jedoch kein völliges Erliegen der Einnahmen zur Folge haben. Weiterhin wird durch die Markteinführung der neuen Produkte Steigerungspotential bei den Einnahmen erwartet.

Ein Unternehmenserfolg beim Verkauf der neuen Blackberrys, sowie des neuen Betriebssystems Blackberry 10 würde sich ebenfalls positiv auf den Verlauf des Aktienwertes auswirken. Es bleibt abzuwarten, was die Zukunft für das Wertpapier der Kanadier bereithält.

Research in Motion unterliegt Nokia im Patentkrieg

Kanada vs. Finnland. Die aus Finnland stammenden Smartphone-Hersteller von Nokia haben einen umfassenden Sieg gegen die Blackberrys aus Kanada errungen. Gleichzeitig bedeutet dies, dass eine Streitigkeit im Patentwirrwarr der Smartphone-Entwickler geregelt ist. RIM hat verloren und muss daher eine Einmalzahlung an Nokia leisten. Weiterhin müssen regelmäßig Gebühren  beglichen werden.

Es war ein Streit während einer laufenden Patentvereinbarung. Geklärt werden sollte lediglich, welche Rechte dieses Patent abdeckt. Konkret hat Nokia wegen des WLAN-Einsatzes in den RIM-Produkten geklagt. Der Knock-Out war die Entscheidung, dass RIM Geräte mit diesem Patent erst wieder vertreiben darf, wenn eine Einigung erzielt wurde. Da sich Patentstreitigkeiten jedoch hinziehen können, musste eine schnelle Lösung gefunden werden. Im Endeffekt ist es günstiger in diesem Streitthema klein bei zu geben, als den Verkauf zahlreicher Produkte in Großbritannien, Kanada und den USA einzustellen. Seit Ende November steht der Verkaufsstopp für RIM-Produkte im Raum.

Diese Patentklagen sind nun hinfällig. Durch die Einigung mit Einmalzahlung und regelmäßigen Gebühren darf Research in Motion seine Produkte wieder veräußern. Nokia konnte seine Patente sichern und hat daher einen umfassenden Sieg errungen. Es ist nur eines von zahlreichen Verfahren, welches die Finnen laufen haben.

Nokia ist einer der Vorreiter in der Mobilfunkbranche. Dies sorgt auch nachträglich noch für folgenreiche Konsequenzen in anderen Unternehmen. Selbst Apple hat eine Rechtsstreitigkeit verloren und war zu Zahlungen bereit. Auch hier müssen regelmäßige Gebühren beglichen werden. HTC hat den Rechtsstreit noch nicht aufgegeben. Nokia hat jedoch bewiesen, dass sie zumindest vor dem Gesetz noch mit jedem Konkurrenten mithalten können. Auf dem Markt der Smartphones ist Nokia jedoch ähnlich abgeschlagen wie Research in Motion.

Anzahl Blackberry-Nutzer geht zurück

Eine Nachricht, die eigentlich nicht überraschen sollte. Aber bislang konnte das Unternehmen Research in Motion immer eine konstante Anzahl an Kunden aufweisen. Dies lag vor allem daran, dass RIM auf dem Sekundärmarkt, kleinere und ärmere Länder, gut platziert ist. Jetzt bröckelt der Marktanteil in seiner Gesamtheit jedoch. Etwas mehr als einen Monat vor der Markteinführung des neuen Betriebssystems ist dies jedoch zu verschmerzen.

Positive Meldungen bezüglich des dritten Quartals 2012 können auch vermeldet werden. Research in Motion kann einen leichten Gewinn vorstellen. Nach vormals großen Verlusten kann jetzt schon ein Gewinn von 9 Millionen US-Dollar aufgewiesen werden. Diese Nachricht konnte jedoch nur übermittelt werden, weil eine Steuergutschrift den Verlust in Höhe von 212 Millionen Dollar ausgeglichen hat. Der Umsatz des dritten Quartals konnte immerhin auf 2,73 Milliarden Dollar beziffert werden.

Andere Unternehmen haben kurz vor dem Release eines neuen Produktes oft eine Schwächephase. Die Kunden warten auf die Produktplatzierung und kaufen alte Geräte nicht mehr. Dieser Sturz ist bei RIM sehr glimpflich ausgefallen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass das kanadische Unternehmen bei den Marktanteilen hinten dran ist. Durch die Veröffentlichung von Blackberry 10 im Januar 2013 soll ein Aufschwung erreicht werden.

Die guten Nachrichten wirkten sich auch auf den Börsenkurs auf. Eine Steigerung von mehr als 7 Prozent war die Folge. Diesen Aufwärtstrend machte RIM-CEO Thorsten Heins jedoch selber wieder zunichte. Er sprach von einem neuen Preismodell für Unternehmen und Großkunden. Diese sollen für den Zugriff auf das Blackberry-Netzwerk zahlen. Wie genau dieses Modell aussehen soll hat er jedoch nicht erläutert. Daraus resultierte ein Absturz des Börsenkurses. Schlussendlich verlor die Aktie insgesamt 9 Prozent.

Gerade die Hoffnung mit Blackberry 10 wieder groß bei den Unternehmen und Behörden einsteigen zu können ist groß. Das Blackberry galt seit je her als eines der sichersten, wenn nicht sogar das sicherste Smartphone.

Kein WhatsApp für BB10?

Noch etwas länger als ein Monat ist es hin, bis das neue Blackberry zum Verkauf freigegeben wird. Eine wichtige Komponente stellen auch die Anwendungen dar, welche auf dem Betriebssystem zur Verfügung stehen werden. WhatsApp ist eine davon. Sie stand schon für die Vorgängerversionen bereit und ist auch auf anderen großen Systemen vertreten. Auf E-Mail-Nachfrage von Crackberry gab es jedoch keine positive Nachricht für die Blackberry-Fans.

Bei WhatsApp handelt es sich um einen Messenger, welcher plattformübergreifend verwendet werden kann. Er ist der bekannteste und meistgenutzte Vertreter seiner Art. Die Rückemail eines WhatsApp Mitarbeiters besagt, dass „im Moment keine Pläne bestehen Blackberry 10 zu unterstützen.“ Diese Textmitteilung kann natürlich in mehrfacher Hinsicht gedeutet werden und lässt den Entwicklern einen großen Spielraum.

Einmal steht die Tatsache im Fokus, dass WhatsApp nicht zum Verkaufsstart des Blackberry 10 zur Verfügung stehen wird. Nach dem Klang der Mail zu urteilen, scheint auch eine Veröffentlichung kurz darauf ausgeschlossen. Aber der Grundtenor besagt, dass „im Moment“ nichts geplant ist. Sollte die Markteinführung des Blackberry erfolgreich verlaufen und das Smartphone an Beliebtheit gewinnen, könnte auch WhatsApp wieder Interesse an einer Umsetzung für Research in Motion haben.

Eine weitere negative Nachricht gibt es zu vermelden. Research in Motion ist aus dem Nasdaq-Index geflogen. Neben RIM sind es 9 weitere Konzerne, welche zukünftig nicht mehr im Technologieindex vertreten sein werden. Diese Entwicklung ist auf die schlechte Marktposition und die große Konkurrenz zurückzuführen. Aber auch die wirtschaftliche Unstabilität hat dazu beigetragen, dass die Indexierung verloren wurde.

Jetzt bleibt abzuwarten, ob der konzerninterne Umbau erfolgreich ist. Mit dem geplanten Stellenabbau sollen Kosten eingespart werden. Weiterhin steht mit der Veröffentlichung des neuen Blackberrys Ende Januar ein Geldsegen ins Haus. Ob das Produkt ein Erfolg wird, kann laut Experten erst im Laufe des Jahres abgesehen werden. Eine Tendenz wird sicherlich schon vorher veröffentlicht.

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