Die iPhone 4 Antenne und das Debakel mit RIM

Der interessierte Mobilfunkanwender hat sicherlich schon mitbekommen dass es beim neuen iPhone 4 in gewissen Konstellationen Probleme mit dem Mobilfunkempfang geben kann. Hält man das Handy fest umschlossen so wird die innen verbaute Antenne so abgeschirmt, dass teilweise die Sprachqualität darunter leidet, sporadisch komme es sogar zu Verbindungsabbrüchen.

Apple wäre nicht Apple, wenn nicht Steve Jobs recht schnell einen Lösungsvorschlag parat hätte. In den ersten Tagen nach Bekanntwerden des “Problems” war in diversen Blogs der Workaround zu lesen: “Kleben Sie ein Stück Isolierband auf die betreffenden Stellen”. Nachdem die Medien die Thematik jedoch weiterhin gepusht haben, und ein Aufschrei um den ganzen Apfel Globus ging, hat sich Apple nun dazu bereiterklärt, eine kostenlose Schutzhülle an alle iPhone 4 Eigner auszuhändigen, um das – mittlerweile als “Antennagate” umschriebene – Problem aus der Welt zu schaffen.

Grund meiner ausführlichen Umschreibung dieses Problems ist eigentlich die letzte Apple-Pressekonferenz, in der Steve Jobs in Aktion getreten ist. Dabei hat er nämlich unter anderem versucht, das Antennenproblem kleinzureden, indem er mit dem Finger auf andere Smartphone-Hersteller zeigt. Ganz oben auf seiner Liste stand der BlackBerry Bold 9700, der – laut Jobs – ebenfalls Probleme mit der Empfangsqualität hat, sobald man das Gerät in Händen hält.

Diese Unterstellung wiederum hat die RIM Chefetage so verärgert, dass gestern im offiziellen BlackBerry Weblog Inside BlackBerry ein offizielles Statement der Herren Mike Lazaridis und Jim Balsillie veröffentlicht wurde:

Apple’s attempt to draw RIM into Apple’s self-made debacle is unacceptable. Apple’s claims about RIM products appear to be deliberate attempts to distort the public’s understanding of an antenna design issue and to deflect attention from Apple’s difficult situation. RIM is a global leader in antenna design and has been successfully designing industry-leading wireless data products with efficient and effective radio performance for over 20 years. During that time, RIM has avoided designs like the one Apple used in the iPhone 4 and instead has used innovative designs which reduce the risk for dropped calls, especially in areas of lower coverage.

One thing is for certain, RIM’s customers don’t need to use a case for their BlackBerry® smartphone to maintain proper connectivity. Apple clearly made certain design decisions and it should take responsibility for these decisions rather than trying to draw RIM and others into a situation that relates specifically to Apple.

Man sieht also, die Fronten sind mittlerweile verhärtet. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, da sich der Konkurrenzkampf auf dem globalen Mobilfunkmarkt mittlerweile immer mehr zuspitzt, da wird natürlich um jedes Promill Marktanteil gekämpft – wie man jetzt nachvollziehen kann mit immer härteren Bandagen.

Die spannendste Frage aber bleibt! Meine Frage geht hiermit an alle BlackBerry Bold 9700 Besitzer. Nehmt mal Euer Smartphone in die Hand, und verdeckt dabei möglichst viel von der verbauten Antenne (sie liegt im unteren Bereich des Gerätes). Ändern sich dadurch die Empfangsbalken, die rechts oben im Display angezeigt werden? Probiert es aus und schreibt mir in den Kommentaren, ich würde mich freuen. Bei meinem Bold 9700 ändert sich nichts an der Verbindungsqualität.

Kontrollierte Auslese in den App Stores

Der geneigte BlackBerry-Anwender wird beim Gebrauch der Wortschöpfung “App Store” wohl erst einmal zusammenzucken und an die weißen Produkte mit dem Apfel denken. Doch in diesem Beitrag geht es nicht nur um die BlackBerry App World, sondern ganz allgemein um alle großen Application Stores, Center und Worlds, die auf mobilen Geräten angeboten werden.

Christian Stöcker von Spiegel Online – Abteilung Netzwelt – hat einen lesenswerten Artikel zum Thema “Mobiles Internet” veröffentlicht. Wer bei “Zwangsjacke für das Internet” einen blumig geschriebenen Artikel erwartet den man zwischen einem Telefonanruf und dem nächsten Check der eMails auf 8 Sekunden überfliegen kann, braucht nicht auf den Link zu klicken. Vielmehr beschäftigt sich Stöcker kritisch mit der Entwicklung des mobilen Internet und der Beeinflußung durch die großen Konzerne.

[...] Vor allem aber ist die neue Welt schöner für die Hersteller der Geräte, denn sie verdienen plötzlich nicht mehr nur an der Bereitstellung einer Plattform, an Hardware und Betriebssystem, sondern auch an jeder verkauften Anwendung – einfach deshalb, weil sie auf ihrer Plattform läuft. Nicht so schön ist die neue Welt für Software-Entwickler. Die haben es nämlich plötzlich mit mächtigen Torwächtern zu tun, die von nun an verfügen dürfen, welche Software der Menschheit zugemutet werden darf und welche nicht. Ob eine “App” ihr Publikum findet, entscheidet nicht mehr nur der Markt – sondern erst mal Apple, Amazon, Nokia und Co. [...] (den ganzen Artikel auf Spiegel Online lesen)

Was ist dran an den Behauptungen? Wird das Internet tatsächlich heimlich still und leise kontrolliert und in ganz bestimmte Bahnen gelenkt? Haben die Open Sourcer und Individualisten keinen Platz mehr, weil nur mehr der profitträchtige Mainstream Zugang zum Netz findet? Was haltet Ihr von dem Artikel und was ist Eure Meinung? Schreibt mir in den Kommentaren!

BlackBerry Desktop Software kommt auf den Mac

Ich weiß, ich bin irgendwie spät dran mit der Info. Aktuell ist hier in der Firma wirklich viel zu tun, und unsere nach Support fordernden Kunden haben Vorrang, denn der Kunde ist König und soll stets zufrieden sein. Da kann es manchmal vorkommen dass sich BlackBerry-News und Kundeneinsatz überschneiden. Ich versuche mein Bestes, beides unter einen Hut zu kriegen :-)

Zu den eigentlichen News: Gestern vermeldete der offizielle BlackBerry Weblog von RIM die Nachricht, dass der BlackBerry Desktop Manager in Kürze auch für den Mac erhältlich sein wird. An dieser Stelle gilt mein Dank auch allen Blogberry-Lesern, die mich via Twitter auf die Meldung hingewiesen haben.

blackberry-desktop-manager-mac

Auch auf den offiziellen Webseiten von RIM gibt es bereits die Ankündigung: BlackBerry Desktop Software is coming to Mac in September. Wer direkt von RIM über alle Änderungen zum BlackBerry Desktop Manager für den Mac auf dem Laufenden gehalten werden möchte, kann sich unter diesem Link registrieren, und wird zukünftig automatisch per Mail mit den neuesten Infos von RIM versorgt.

Die Features:

  • Synchronisieren von iTunes Playlisten, Kalender, Kontakte, Notizen und Aufgaben
  • Hinzufügen und Entfernen von Anwendungen
  • Durchführen von Updates am BlackBerry sobald eine neue Software zur Verfügung steht
  • Daten am BlackBerry sichern und zurückspielen
  • Verwaltung von mehreren Geräten möglich

Ich selbst befinde mich ja – bis auf meinen iPod – in einer Apple-freien Zone. Gar nicht aus einer Aversion heraus, es hat sich bisher einfach noch keine Gelegenheit ergeben. Aber wenn man die Kommentare in diversen Blogs und Foren verfolgt scheinen sich alle Mac-Anwender richtig über die Nachricht zu freuen!

Apple & RIM – Der Video-Schlagabtausch

Vor einigen Wochen haben die Guava Studios aus New York ein Video im Internet veröffentlicht. Dort wird mit einer Brombeere auf einen Apfel geschossen – die Brombeere durchschlägt den Apfel und weist damit kommentarlos auf die Stärke der Marke BlackBerry hin, gepaart mit einem Seitenhieb auf den “iPhone Killer” BlackBerry Storm.

Seit Veröffentlichung dieses Videos hat sowohl die BlackBerry als auch die iPhone Gemeinde auf eine Reaktion von Apple gewartet – und die kam prompt, gewohnt gewitzt und auf den ersten Blick gar nicht nachtragend! Nun kommt die standesgemäße Antwort, erneut als Videobotschaft, dort prallt die abgeschossene Brombeere am Apfel ab wie ein Schneeball auf der Glasscheibe – die Botschaft wird mit dem Slogan “Simple Facts” unterstrichen.

Mir gefällt so ein virtueller Schlagabtausch gut – und für beide Unternehmen ergibt sich die neudeutsche “Win-Win” Situation. Beide Unternehmen sind im Gespräch, und die Fangemeinden beider Hersteller haben etwas zum Lachen ;-)

[blackberry-abenteuer war flotter beim Berichten]

Big Apple is watching you!

Kurz vorm Wochenende wurde die unbestätigte Information veröffentlicht, dass sämtliche auf einem iPhone installierten Programme vom Hersteller Apple eingesehen werden können, und Apple aktiven Zugriff auf die Anwendungen hat. Im Klartext: Apple kann “aus der Ferne” Programme von iPhones entfernen. Ob der Anwender dies gerne hätte oder nicht!

Entdeckt hat diese Funktion Jonathan Zdziarski. Laut seiner Aussage kontaktiert das iPhone in gewissen Zeitabständen einen Apple-Server, der eine Liste mit nicht authorisierten Programmen erhält. Ist nun auf einem iPone eine solche “nicht authorisierte Applikation” erhalten, so könne Apple diese Anwendung vom iPhone Endgerät entfernen. Richtig ärgerlich wird das Ganze dann, wenn Apple eine iPhone-Software entfernt, für die der Anwender auch noch Geld bezahlt hat!
Die Meldung war bis gerade eben seitens Apple unbestätigt.

Heute vormittag kam dann die Bestätigung von Steve Jobs / Apple. Darin weist Steve Jobs hin, dass eine Fernlöschfunktion für nicht authorisierte iPhone-Applikationen existiert, und in Ausnahmefällen auch aktiv eingesetzt wird. Apple erklärte weiterhin, die Funktion diene dazu, im Zweifelsfalle Schadsoftware von einem iPhone entfernen zu können.

Diese Aussage wiederum setzt aber die Existenz des App Stores ad absurdum. Jegliche Software für iPhones MUSS laut Apple über den App Store vertrieben werden. Grund: Apple will sicherstellen dass durch Drittanbieter-Programme keine Schadsoftware in Umlauf kommt.
Jenseits des App Store dürfen keine Programme für das iPhone angeboten werden!

Viel interessanter ist da die Strategie, die der Blackberry Hersteller RIM verfolgt. Um Blackberry-Software programmieren und vertreiben zu können, ist ein sogenannter Entwickler API-Key notwendig. In jeglicher Software die auf Blackberrys verbreitet wird, ist dieser API-Key hinterlegt, und lässt eindeutige Rückschlüsse auf den Programmierer zu. Im Falle einer Schadverbreitung kann somit der Verursacher ermittelt werden, ohne dass eine Entmündigung des Mobiltelefonnutzers durch automatische Programmlöschung stattfindet!

Ist der Höhenflug von RIM vorbei ?

Das Wall Street Journal hat heute einen kritischen Bericht über den kanadischen Blackberry Hersteller Research in Motion (RIM) veröffentlicht. Einen Tag vor Veröffentlichung der Quartalszahlen von RIM ist über die Risiken der Zukunft von RIM diskutiert worden.

Pro:

  • Der Aktienkurs von RIM ist in den letzten 12 Monaten um 150% gestiegen
  • Das Wachstum des Herstellers scheint momentan unaufhaltsam
  • Nach Nokia mausert sich RIM zum Marktführer auf dem Gebiet Smartphones

Das Geschäftskundensegment hat den Blackberry längst angenommen, Entscheider und Geschäftsleute sind begeistert von der Nutzung des RIM Smartphones. Logische Konsequenz nach Vereinnahmung des Geschäftskundensegmentes ist die Eroberung des Privatkundenmarkets.
Und genau darin sehen Experten momentan das Problem! Im Gegensatz zum Business Segment, indem die Kosten für den Blackberry und die genutzten Dienste das jeweilige Unternehmen trägt, muß der Privatkunde dafür in die eigene Tasche greifen. Noch dazu trifft RIM im Bereich der Privatkunden auf harte Konkurrenz. Erst kürzlich hat Apple die zweite Generation des iPhone vorgestellt, und bietet seinen Kunden zeitgleich Kampfpreise für Gerät und Nutzung der Dienste an.

Analysten sehen das Problem auch in der Preisbewußtheit der Privatanwender. Die stetig steigenden Lebenshaltungskosten zwingen den Prosumer geradezu zum Vergleichen und Sparen. Das, so die Spezialisten, wird sich mittelfristig auch auf die Zahlen von RIM niederschlagen, ein Aktiensturz des Unternehmens wird prognostiziert.

So werden die nächsten Quartale von Research in Motion sicher spannend. Kann sich der Blackberry Hersteller auf dem Segment der Privatkunden behaupten, oder versäumen die Kanadier den erfolgreichen Sprung in den Prosumerbereich?

10 Gründe wieso das iPhone kein Blackberry ist

Ein Kommentar zum Beitrag “Der neue BlackBerry Thunder” hat mich dazu bewogen, mich mal näher mit dem Thema iPhone vs. Blackberry auseinanderzusetzen:

Und warum sollte man nun statt des iPhones dieses Blackberry 9500 kaufen? Was ist da anders, als am iPhone? Das ist aus dem Text in dem Link nicht so ganz ersichtlich. Oder hat das Blackberry gar keine Vorteile gegenüber dem Apfel-Telefon, und will nur auf der Welle mitsurfen?

Stellt sich also die Frage, was die Vorteile des BlackBerry gegen das Apple iPhone sind. Nach kurzem Überlegen sind mir einige Punkte eingefallen, durch eine weitere Recherche im Web bin ich auf einen interessanten Artikel gestoßen, der 10 Gründe aufzeigt, wieso das iPhone immer noch kein BlackBerry ist.

Einschränkungen des iPhones gegenüber BlackBerry:

  1. Kein austauschbarer Akku
  2. Keine Videoaufnahmen möglich
  3. Keine Sprachwahl möglich
  4. Keine Speichererweiterung
  5. Keine MMS Funktionalität
  6. Keine CDMA-Version verfügbar
  7. Kein Unlimited Mobile Access (UMA)
  8. Kein A2DP Stereo Bluetooth
  9. Kein Copy & Paste
  10. Wieso dem iPhone immer noch die Enterprise Businessfunktionen abgesprochen werden, ist im kompletten Beitrag auf Crackberry sehr schön erläutert und unter obigem Link oder hier nachzulesen.

Da der Beitrag in einem (inoffiziellen) Blackberry Forum veröffentlich wurde, schwimmen die Kommentatoren dieses Beitrags auf der BlackBerry Welle, was auch an einigen witzigen Kommentaren zu sehen ist – dort schreibt ein Kommentator:

Can an iPhone Get you a job? NO IT CANT (I know bb admins, but no iphone admins in ANY IT)

Can an iPhone ACTUALLY operate an enterprise server? NO IT CAN’T

Can an iPhone light up a room? NO IT CAN’T!!! (I love the flashlight app)

Can the iPhone ever edge out BlackBerry’s outstanding customer support and sales records? NO IT CANT!!

Mit der Veröffentlichung der ersten Produktfotos des BlackBerry Thunder kurz vor der Veröffentlichung des 3G-iPhones scheint wohl ein ernster Konkurrenzkampf zwischen RIM und Apple zu entstehen. Klar, das iPhone hat mittlerweile seine Community, RIMs BlackBerry Smartphones ebenso. Alles in Allem wird es eine Glaubensfrage bleiben, nichts anderes passiert auch bei den üblichen Diskussionen à la “Kauf ich mir jetzt ein Macbook oder ein Windows-Pendant”.

Mal sehen wie sich das Produktgerangel der beiden Giganten RIM und Apple noch entwickeln wird.

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