Gestern hat es Mike Lazaridis auf der BlackBerry Developer Conference angekündigt, und heute ist das offizielle Press Release vom BlackBerry Hersteller Research in Motion veröffentlicht worden. RIM arbeitet momentan an einem ausgefeilten Vertriebsmodell für BlackBerry Anwendungen.
1. BlackBerry Application Center
Das BlackBerry Application Center wird ab OS-Version 4.7 verfügbar sein, und erstmals mit dem BlackBerry Storm der Öffentlichkeit präsentiert. Das BlackBerry Application Center läuft als Anwendung auf allen BlackBerry Smartphones die obige Systemvoraussetzung erfüllen und ermöglicht die Installation von BlackBerry Anwendungen wahlweise über den PC oder OTA (over-the air).
Das eröffnet Mobilfunkbetreibern ganz neue Wege. Sie haben so die Möglichkeit, dem Kunden auch nach dem Kauf eines BlackBerry Smartphones – zumeist kostenpflichtige – Anwendungen direkt zum Download anzubieten. Das Angebot im BlackBerry Application Center geht von Office-Anwendungen bishin zu Spielen und allerlei nützlichen und unnützen Programmen die gegen Bezahlung erworben werden können.
Die Mobilfunkbetreiber werden die Möglichkeit haben, das Angebot innerhalb des BlackBerry Application Centers zu beeinflußen. Zusätzlich zum BlackBerry Application Center plant RIM einen Application Store.
2. BlackBerry Application Store
Der BlackBerry Application Store ähnelt in seiner Architektur dem bereits von Apple erfolgreich vermarkteten iTunes-Store. Der Application Store steht allen BlackBerry Anwendungsentwicklern zur Verfügung. Das Vertriebsmodell kann der Programmierer den Verkaufspreis seines Produktes selbst festlegen und nach dem Verkauf 80% der Einnahmen einbehalten. Laut dem Pressebericht von RIM wird die Zahlung über Paypal abgewickelt, um schnelle Transfers zu gewährleisten. Der Start des Portals ist nach Aussage von RIM für Ende Q1/2009 geplant.
Pro/Contra
Man merkt deutlich dass sich RIM immer mehr auf dem Prosumer-Markt tummelt, deshalb sind Angebote wie ein BlackBerry Application Store nötig. Die Geschäftskunden legen erfahrungsgemäß mehr Wert auf Office-Anwendungen oder eine CRM-Anbindung während Spiele eher selten nachgefragt werden.
BlackBerry Enterprise Server Administratoren brauchen ebenfalls keine Angst haben: Der Zugriff auf den BlackBerry Application Store kann reglementiert werden. Zudem haben BES-Administratoren mittels Policies auch die Möglichkeit die Installation von Anwendungen zu beeinflußen.
Spannender wird die Frage wie die Privatkunden reagieren wenn es die ersten BlackBerry OS-Installationen aufgrund fehlerhafter Third-Party Software zerlegt.
Link zum RIM-Pressebericht:
RIM to Launch BlackBerry Application Storefront and BlackBerry Application Center

