Immer wieder entstehen in Beiträgen zu BlackBerry Firmware Releases angeregte Diskussionen, zuletzt im Beitrag zur Freigabe der BlackBerry Storm Firmware 4.7.0.141 durch Vodafone Deutschland.
Eine Partei schimpft dann auf den Hersteller RIM, andere geben die Schuld dem jeweiligen Mobilfunkanbieter, ein weiteres Konglomerat ist derart überzeugt vom BlackBerry, dass gar nicht gemosert wird, und der Rest wettert einfach drauflos, ganz egal wer schuld hat
Grund genug also, einmal aufzuzeigen, wie die BlackBerry Firmware eigentlich zum Gerät kommt.
Alle BlackBerry Firmware-Releases werden in der Entwicklungsabteilung von Research in Motion (RIM) programmiert. Dort gelten strikte Geheimhaltungsregeln, in der freien Wildbahn ist kein Fall bekannt, in dem ein Mitarbeiter von RIM eine Firmware im Internet verteilt hat.
Danach wird die jeweilige Firmware-Version zum Test an die Mobilfunkanbieter versendet. Der Mobilfunkanbieter hat dann die Aufgabe, die Firmware auf seinen Geräten zu testen. Dabei unterscheiden sich die Firmware-Releases je nach Mobilfunkanbieter im Detail – denken wir an das Vodafone-Live! Icon, oder das Web ‘n Walk Icon bei T-Mobile. Die interne Testabteilung des Mobilfunkanbieters entscheidet dann, ob ein Firmware Release gut genug ist, um veröffentlicht zu werden.
Während dieser Testroutinen gibt es immer wieder Mitarbeiter der Mobilfunkunternehmen, die ein Firmware-Paket im Internet hochladen (meist bei anonymen Hostern) und den Download-Link an ein BlackBerry-Informationsportal Ihrer Wahl senden (meistens handelt es sich dabei um crackberry.com) 
Kurz darauf wird über diese inoffizielle Firmware berichtet und der Download-Link der Allgemeinheit präsentiert. Dabei spricht man dann von einem “Firmware-Leak” [Der Begriff Leak (engl., Leck, Loch, undichte Stelle) bezeichnet im Allgemeinen inoffizielle Veröffentlichung von Informationen, die nicht zu diesem Zweck vorgesehen waren.].
Diese “geleakte” Firmware installieren sich dann viele experimentierfreudige BlackBerry-Anwender auf Ihren Geräten, und geben Ihre Erfahrungen und Berichte auf dem jeweiligen Internetportal in Form von Kommentaren oder Beiträgen wieder – somit sind diese Anwender “freiwillige Betatester” der inoffiziellen Firmware.
Die Mobilfunkanbieter haben überdies die Möglichkeit, selbst Änderungen am Programmcode des jeweiligen Firmware-Releases durchzuführen. So wurde mittlerweile von mehreren unabhängigen Quellen bestätigt, dass bspw. die BlackBerry Storm Firmware 4.7.0.113 in der Erstveröffentlichung kein nativer Programmcode von RIM war.
Wird eine Firmware dann vom Mobilfunkanbieter als tauglich eingestuft, stellt der Anbieter diese Version seinen Kunden zur Installation zur Verfügung. Ab dann gilt eine Firmware-Version als “offiziell”, da Sie den Segen des Mobilfunkanbieters hat, und dieser bei etwaigen Schäden eine entsprechende Garantie leisten muß.
Bei der Veröffentlichung gibt es dann noch die Möglichkeit, dass der Mobilfunkanbieter die Firmware erst in einem Land veröffentlicht, in dem nur ein geringer Anteil der Gesamtanwender residiert – dies war bspw. bei der Veröffentlichung der BlackBerry Storm Firmware 4.7.0.100 der Fall, die vorab in Griechenland veröffentlicht wurde.
Für einige Anwender stellt sich auch nach diesen Ausführungen immer noch die Frage: Wer ist “schuld”, wenn eine Firmware veröffentlicht wird, die nicht zufriedenstellend funktioniert?
Ist es der BlackBerry Hersteller RIM, der nicht fehlerfrei programmiert hat, oder ist es der Mobilfunkanbieter, der die Firmware vor der Freigabe nicht ausreichend getestet hat, und somit RIM nicht auf verbliebene Probleme hingewiesen hat? Da kaum einer von uns wirklich an der Entwicklung einer Firmware beteiligt ist, lässt sich nur schwer ein Rückschluß bilden, an welcher Stelle übereilt gehandelt wurde. Wollte der Mobilfunkanbieter einfach der “Erste” sein, mußte RIM auf zu viele Kundenbeschwerden reagieren, oder wurde an einer Stelle einfach etwas übersehen?
Ihr seht, das Bereitstellen aktueller Firmware für die BlackBerry Geräte ist eine Teamarbeit, nur wenn beide Parteien nahtlos zusammenarbeiten, erhält der Endkunde auch ein zufriedenstellendes Ergebnis.
Dies waren meine eigenen Gedanken zum Weg der BlackBerry Firmware. Falls Ihr meine Meinung nicht teilt, oder Verbesserungen bzw. andere Informationen habt, freue ich mich natürlich über Eure Kommentare!