Nav4all geht ab 1. Februar offline

Die Meldung kam unverhofft, als am 28.01. um 16:30 Uhr europäischer Zeit eine eMail von nav4all eintraf, mit folgendem Betreff: Nav4All navigation shut down by Navteq.

Was war passiert?
Der Nav4all CEO Hennie J.M. Groot Koerkamp beschreibt es in seiner eMail an alle Nav4All Kunden folgendermaßen:

It is with the deepest regret that we hereby notify you that the global navigation of Nav4All and the Tracking & Tracing will go offline in 3 days. The reason for the same is that the data licence agreement with Navteq (a 100% Nokia subsidiary) was not extended, in a totally unexpected manner. It is not possible to implement data from another supplier in our Nav4All systems within the short term. The Nav4All navigation system was developed for Navteq data. Nav4All has therefore been constrained to stop.

In freien Worten übersetzt:

Die Software Nav4All baut auf dem Kartenmaterial und den Daten von NAVTEQ (einer Tochtergesellschaft von Nokia) auf. Nav4All hatte einen Lizenzvertrag mit NAVTEQ abgeschlossen um deren Daten nutzen zu dürfen. NAVTEQ hat nun diesen Lizenzvertrag kurzfristig und ohne Vorankündigung nicht mehr verlängert.

Deshalb sieht sich Nav4All gezwungen, Ihre Dienste zum 1. Februar 2010 einzustellen, da die Applikation Nav4All praktisch um den NAVTEQ Datenbestand “herumprogrammiert” wurde, und man deshalb nicht so einfach auf einen anderen Datenlieferanten umstellen kann.

Für die Interessierten unter Euch hier noch die Fortsetzung der eMail:

We greatly regret the fact that we have to suspend the operation of our service. With your help, we have developed Nav4All into a global product with 27.5 million users in 56 languages, in 5 years. This has made Nav4All the largest navigation supplier. This large number of users also has to do with the fact that Nav4All works on hundreds of
different mobile telephones of many makes such as Blackberry, Sony Ericsson, Samsung, Motorola, Android, HTC, Nokia, LG, Iphone, Ipod etc.

After 5 years of testing and market development, we witnessed rapid – in fact, exponential – growth during the last two years. That growth was reported in the licence reports to Navteq. In mid-December 2009, the global coverage was extended to include the Philippines, Morocco and Kenya.

Und dabei sah alles so gut aus. Unser Beitrag zur Nav4All Navigation am BlackBerry vom April 2008 klang noch so vielversprechend. So zeigt sich einmal mehr dass die Abhängigkeit von einem einzelnen Vertragspartner nicht immer nur Vorteile hat.

Uns BlackBerry Anwendern bleibt nur die Möglichkeit, auf andere Navigationslösungen umzusteigen. Spontan fallen mir da Ö-Navi und skobbler ein. Kennt Ihr noch andere Navigationslösungen für den BlackBerry, dann freue ich mich über Eure Kommentare!

Skobbler-Navigation jetzt auf für BlackBerry Storm

Skobbler war ja eines der ersten Navigationsprogramme, die richtig brauchbar auf dem BlackBerry funktioniert haben – wir haben genau vor einem Jahr über Skobbler berichtet, damals noch getestet mit einem BlackBerry Bold 9000.

Größtes Manko war damals, dass Skobbler nicht mit dem Touchscreen-Smartphone BlackBerry Storm funktioniert hat. Seit Kurzem ist das anders, Skobbler unterstützt nun auch den BlackBerry Storm, und auch einige weitere Touchscreen-Smartphones.

skobbler-blackberry-storm

Mehr über Skobbler findet Ihr direkt in deren Funktionsübersicht. Nun ist es an Euch: Ich selbst nutze keinen Storm, sondern einen Curve 8900. Falls Ihr also Lust habt, die BlackBerry Navigationslösung Skobbler am BlackBerry Storm auszuprobieren, würde ich mich freuen, wenn Ihr Eure Meinungen und Berichte in einem Kommentar niederschreibt.

Ich freue mich auf Euren Input!

BlackBerry Navigation mit skobbler

Mit skobbler startet eine weitere kostenlose Navigationslösung für BlackBerry Smartphones.

Skobbler arbeitet momentan in der Endphase an der BlackBerry Implementierung. In der letzten Woche hat uns Oliver Kühn von skobbler kontaktiert, ob wir nicht Lust hätten skobbler am BlackBerry auf Herz und Nieren zu testen.

Es freut uns dass wir von blogberry.de als Testpartner in Erwägung gezogen wurden.

Wir haben von skobbler eine Vorabversion des Produktes zur Verfügung gestellt bekommen. Nähere Informationen über das Releasedatum der offiziellen Version finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Installation / Einrichtung
Die Installation von skobbler funktioniert denkbar einfach. Die Software lässt sich OTA (over-the-air) installieren. Beim ersten Programmstart kann man sich entweder für die 14-tägige Testphase entscheiden und direkt loslegen, alternativ meldet man sich mit seinen skobbler Benutzerdaten an.
Wer noch keine skobbler Zugangsdaten hat kann sich auf skobbler.de als Benutzer registrieren.

Das Programm
Auf den ersten Blick ist skobbler eine mobile Navigationslösung wie alle anderen auch. Der Mehrwert erschließt sich erst im Detail. So bietet skobbler neben einer gewöhnlichen Auto-Navigation auch einen Fußgängermodus an. Während der Auto-Navigation (2D) wird eine realistische Autobahnbeschilderung eingeblendet, außerdem werden die aktuellen Geschwindigkeitsbeschränkungen angezeigt. Praktisch für Leute wie mich, denen es meistens pressiert: Fährt man zu schnell, dann macht skobbler über einen Piepton auf die Geschwindigkeitsübertretung aufmerksam!

Navigation
Wie bereits angesprochen funktioniert die Auto-Navigation ähnlich wie andere Systeme. Die Eingabe der Route verfeinert skobbler jedoch mit einem tollen Service. Wer seine Fahrtroute vorab am PC plant, kann sich die gewünschte Route direkt aus map24 per SMS kostenlos auf sein Handy schicken lassen. Die SMS interpretiert skobbler als Route und legt diese unter “Favoriten” ab. Leider funktioniert dieser Service in der Testversion von skobbler für BlackBerry noch nicht.

Interessant ist auch die Fußgängernavigation. Nachdem eine Route eingegeben wurde kann man zwischen Fahrzeugmodus und Fußgängermodus wählen. Der Fußgängermodus dient eher als Empfehlung denn als vorgeschriebene Richtungsweisung. Kommt man von der Marschrichtung ab wird nicht sofort eine neue Route berechnet, sondern man kann sich anhand eines aktuellen Positionspunktes und der angezeigten Route selbst zurechtfinden. skobbler zeigt in diesem Fall die empfohlene Marschrichtung und die bereits zurückgelegte Strecke an. Spannend wäre wenn man die zurückgelegte Strecke später in Google Earth übertragen könnte!

Points of Interest
Neben der Adressnavigation bedient sich skobbler auch einer umfangreichen Points-of-Interest Datenbank. In der Umkreissuche gibt man einfach die gewünschte Destination (Cafe, Hotel, Restaurant, Sehenswürdigkeit) an, und skobbler schlägt die umliegenden Ziele vor.

Menüpunkt “Service”
Der unscheinbare Menüpunkt “Service” beinhaltet ein weiteres Schmankerl von skobbler. Dahinter befindet sich eine HRS (Hotel-Reservation-Service) Anbindung. Das Tool greift direkt auf die Datenbank von hrs.de zu, sodaß man sich von unterwegs aus ganz unkompliziert ein Hotel buchen kann. Man sieht auch hier, dass sich hinter skobbler ein durchdachtes Gesamtkonzept versteckt, dass vor allem Geschäftsleuten einen echten Mehrwert bietet.

Systemvoraussetzungen und Kosten
Um skobbler nutzen zu können benötigt man neben einem Mobiltelefon auch einen GPS-Empfänger. Bei der Routenplanung bedient sich skobbler von stets aktuellem Kartenmaterial, dass bei Bedarf online abgerufen wird. Neben einem Datentarif ist vor allem bei intensiver Nutzung eine Datenflatrate anzuraten. Der Datentraffic bei einer Route hat bei meinen Tests in der Stadt ca. 1MB bei 50km benötigt. Außerorts, beispielsweise bei längeren Autobahnetappen wird der Datentransfer niedriger sein.

Die Nutzung von skobbler ist kostenlos, es fallen lediglich Kosten für die Datenübertragung an, die mit dem Mobilfunkbetreiber abgerechnet werden (bei einer tatsächlichen Daten-Flatrate entfallen auch diese Kosten). Wer mehr über die Kosten der Datenübertragung erfahren will: auf skobbler.de gibt es eine detaillierte Auflistung “Was kostet skobbler unterm Strich“.

Testfazit
Zu einem Produkttest gehören natürlich neben den Vorzügen die ich im oberen Abschnitt erläutert habe auch die Punkte, die verbesserungswürdig sind.

Ein Punkt der mich gleich von Beginn an sehr gestört hat ist die Menünavigation. Man kann die Menüs “durchscrollen”, scrollt man über den ersten Menüpunkt hinaus landet man sogleich beim letzten Menüpunkt unten und umgekehrt. Bei der Bedienung mit dem BlackBerry Trackball macht das keinen Spaß und wäre für mich tatsächlich ein Ausschlußkriterium. Da sollten die Entwickler von skobbler unbedingt nachbessern!

Nach Eingabe einer Zieladresse gibt es keinen Button “OK” oder “Route berechnen”. Um die Routenberechnung zu starten muß “OK” im Kontextmenü ausgewählt werden. Diese Einschränkung tut der Nutzung keinen Abbruch, behindert aber doch im fließenden Ablauf der Dateneingabe.

Im Menü “Letzte Ziele” können jeweils nur Einzelziele gelöscht werden. Mir hat der Menüpunkt “Alle Ziele löschen” gefehlt. Eine Bereinigung des Zielspeichers nach intensiverer Nutzung wäre damit zeitsparender.

Abgesehen von diesen kleinen Schwächen im Detail ist skobbler für mich die erste mobile Navigation die ich auch selbst nutzen würde. Die Bedienung ist wirklich kinderleicht, und die Navigation im Fußgängermodus bietet einen echten Mehrwert!

skobbler für BlackBerry wurde von mir auf einem BlackBerry Curve 8300 getestet. Laut dem Weblog von skobbler.de ist die Anpassung der Software für den BlackBerry Bold 9000 kurz vor der Fertigstellung.

Wer skobbler selbst ausprobieren möchte, kann sich als Benutzer registrieren und nach Abschluß der Entwicklungsphase die Software herunterladen.
Skobbler für BlackBerry wird voraussichtlich ab Ende Oktober frei zugänglich zum Download bereit stehen. Sobald wir einen offiziellen Downloadlink erhalten werden wir diesen hier ergänzen!

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